Kurz erklärt

Der Begriff ist unpräzise und politisch aufgeladen, daher sollte man konsequent von Des-, Mis- bzw. Malinformation sowie FIMI sprechen.

Der Begriff "Fake News" ist analytisch unbrauchbar. Er ist unpräzise, vermischt unterschiedliche Phänomene und wird zudem gezielt als politische Waffe gegen unabhängigen Journalismus eingesetzt. Wir sprechen deshalb konsequent von Des-, Mis- und Malinformation sowie von FIMI.

Warum ist der Begriff zu vermeiden?

1. Unschärfe: "Fake News" wirft Satire, Irrtümer, schlechten Journalismus, Propaganda und mehr in einen Topf. Diese Phänomene erfordern jedoch völlig unterschiedliche Antworten – von bloßen Faktenchecks bis hin zur Abwehr einer koordinierten Kampagne.

2. Instrumentalisierung: Der Begriff wird seit 2016 von politischen Akteur:innen gezielt genutzt, um kritische Berichterstattung pauschal zu delegitimieren. Damit ist "Fake News" selbst zu einem Werkzeug der Informationsmanipulation geworden.

3. Falscher Fokus:. "Fake News" richtet den Blick auf die Wahrheit einzelner Inhalte. Die zeitgemäße Analyse konzentriert sich hingegen auf das Verhalten der Akteur:innen (siehe FIMI).

Mit dieser Haltung sind wir nicht allein: Sowohl der Europarat (2017) als auch die hochrangige Expertengruppe der EU-Kommission (2018) haben den Begriff ausdrücklich verworfen – als unangemessen und irreführend, weil er benutzt werde, um die Integrität unabhängiger Medien zu untergraben.

Quelle: Final Report of the High Level Expert Group on Fake News and Online Disinformation, Europäische Kommission (2018).

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