Kurz erklärt

Ein manipulatives, vorsätzliches und koordiniertes Verhaltensmuster staatlicher oder nicht-staatlicher Akteur:innen, das den Fokus auf Verhalten statt Inhalt legt.

Als FIMI eingestuftes Handeln ist manipulativ, vorsätzlich, koordiniert und geht von staatlichen oder nicht-staatlichen Akteur:innen – bzw. deren Stellvertreter:innen – aus.

Der Europäische Auswärtige Dienst (EEAS) prägte den Begriff 2021, um die Debatte über Desinformation zu präzisieren. Der entscheidende Unterschied: FIMI stellt nicht den Wahrheitsgehalt der Inhalte in den Mittelpunkt, sondern das manipulative Verhalten. Analysiert werden die Tactics, Techniques and Procedures (TTPs) der Akteur:innen – ein Ansatz, der aus der Cybersicherheit stammt. Dieser Perspektivenwechsel hat drei praktische Vorteile:

1. Das Abwehrinstrumentarium über das reine Widerlegen von Inhalten hinaus erweitert,

2. die politisch heikle Bewertung von "Wahrheit" wird vermieden, und

3. ein strukturierter, vergleichbarer Austausch von Bedrohungsdaten zwischen Organisationen wird ermöglicht.

Das „Foreign" grenzt FIMI von rein innerstaatlicher Manipulation ab (gelegentlich als DIMI bezeichnet). Wichtig ist außerdem: Nicht jede Desinformation ist FIMI, und FIMI besteht nicht nur aus Desinformation. Auf EU-Ebene wird FIMI unter anderem über die EU FIMI Toolbox und das Rapid Alert System (RAS) bearbeitet, an dem sich auch Österreich beteiligt.

Quelle: EEAS – Information Integrity and Countering FIMI; 1.–3. EEAS Threat Report (2023–2025).

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